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Was ist ein LVDT?
LVDTs ermöglichen eine zuverlässige lineare Wegmessung bei Anwendungen in den Bereichen Unterwasser, Stromerzeugung, industrielle Automatisierung, Luft- und Raumfahrt, Prüfungs- und Messzwecke uvm.
Der lineare variable Differentialtransformator – kurz LVDT (Linear Variable Differential Transformer) – ist ein weit verbreiteter elektromechanischer Wegaufnehmer, der die geradlinige Bewegung eines mechanisch angekoppelten Objekts in ein entsprechendes elektrisches Signal umwandelt. Einsatzbereit erhältlich, erfassen lineare LVDT-Wegsensoren Bewegungen von wenigen Millionstel Zentimetern bis hin zu mehreren Zentimetern – und in bestimmten Ausführungen Wege von bis zu ±762 mm.
Wie funktioniert ein LVDT?
Der innere Aufbau eines LVDT besteht aus einer Primärwicklung, die mittig zwischen zwei identischen, symmetrisch zu ihr angeordneten Sekundärwicklungen liegt. Die Spulen werden über eine einteilige Hohlform aus thermostabilem, glasverstärktem Polymer gewickelt, gegen Feuchtigkeit gekapselt, in eine äußerst permeable magnetischen Abschirmung eingewickelt und anschließend in einem zylindrischen Edelstahlgehäuse befestigt. Dieser Spulensatz ist in der Regel das feste Element des Wegsensors.
Das bewegliche Element eines LVDT ist ein separater röhrenförmiger Anker aus magnetisch permeablem Material. Dieses wird als Kern bezeichnet. Der Kern kann sich in der Innenbohrung der Spule frei axial bewegen und ist mechanisch mit dem Objekt gekoppelt, dessen Position gemessen wird. Die Bohrung ist in der Regel so bemessen, dass zwischen Kern und Bohrung ein deutliches radiales Spiel besteht und der Kern die Spule an keiner Stelle berührt. Im Betrieb wird die primäre Wicklung des LVDT mit Wechselstrom mit geeigneter Amplitude und Frequenz versorgt, der als primäre Anregung bezeichnet wird. Beim elektrischen Ausgangssignal des LVDT handelt es sich um die AC-Differenzspannung zwischen den beiden sekundären Wicklungen, die je nach axialer Position des Spulenkerns des LVDT abweicht. In der Regel wird diese AC-Ausgangsspannung durch geeignete elektronische Schaltkreise in DC-Hochspannung oder -strom umgewandelt, der besser genutzt werden kann.
Komponenten eines Standard-LVDTs (Abbid1): ABBILDUNG 1: Die Primärwicklung befindet sich im Zentrum des LVDT. Bei „kurzhubigen“ LVDTs werden zwei Sekundärspulen symmetrisch auf beiden Seiten der Primärspule gewickelt, bei „langhubigen“ LVDTs oberhalb der Primärspule. Die beiden Sekundärwicklungen sind normalerweise durch eine „entgegengesetzte Reihenschaltung“ (Differenzial) verbunden.
Axiale Positionen
Die Primärwicklung P des LVDT wird durch eine Wechselstromquelle mit konstanter Amplitude gespeist. Der so erzeugte Magnetfluss wird vom Kern an die angrenzenden Sekundärwicklungen S1 und S2 gekoppelt. Wenn sich der Kern in der Mitte zwischen S1 und S2 befindet, wird ein gleichgroßer Fluss an beide sekundäre Wicklungen gekoppelt. Dadurch sind die Spannungen E1 und E2, die durch die Wicklungen S1 bzw. S2 induziert werden, identisch. An dieser Referenzposition in der Mitte des Kerns, die als Nullpunkt bezeichnet wird, ist die Differenzspannung am Ausgang (E1 – E2) im Wesentlichen gleich Null.
Wenn der Kern dagegen näher bei S2 liegt, wird ein höherer Magnetfluss an S2 und ein geringerer an S2 gekoppelt. Daher steigt E1, während E2 abnimmt, sodass sich die Differenzspannung (E1 - E2) ergibt. Wenn der Kern dagegen näher bei S2 liegt, wird ein höherer Magnetfluss an S2 und ein geringerer an S1 gekoppelt. Daher steigt E2, während E1 abnimmt, sodass sich die Differenzspannung (E2 - E1) ergibt.
Abbildung 2: Veranschaulicht, was geschieht, wenn sich der Kern des LVDT in verschiedenen axialen Positionen befindet.
Kerntypen
Sowohl lineare LVDT-Positionssensoren mit freiem Kern als auch mit geführtem Kern bieten den Vorteil einer unendlich hohen Auflösung, und beide Typen umfassen Ausführungen für den Einsatz in rauen Umgebungen. LVDTs mit freiem Kern sind im Allgemeinen preiswerter und in vielen Ausführungen zu haben, aber auch anspruchsvoller im Einbau als Sensoren mit geführtem Kern. LVDTs mit feder- oder luftgeführtem Kern sind einfacher zu installieren, aber teurer und in weniger zahlreichen Ausführungen erhältlich. Neben diesen Unterschieden eignen sich manche Anwendungen einfach besser für einen LVDT mit freiem Kern, andere ziehen den größeren Nutzen aus einem LVDT mit geführtem Kern.
LVDTs mit freiem Kern
Das bewegliche Element eines LVDT mit freiem Kern ist ein hohler, magnetisch leitfähiger Anker: der sogenannte Kern. Der Kern ist in der Hohlbohrung der Spule axial frei verschiebbar und mechanisch an das Messobjekt gekoppelt. Die Bohrung gewährt dem Kern ein ausreichendes Radialspiel, sodass zur reibungsfreien Messung – und im Sinne einer praktisch unbegrenzten mechanischen Lebensdauer – kein physischer Kontakt zwischen Bohrung und Spule entsteht.
LVDTs mit freiem Kern sind sehr vielseitig und robust und arbeiten berührungslos – das garantiert in Verbindung mit den richtigen Werkstoffen die langfristige Zuverlässigkeit in rauen widrigen Umgebungen. Aus der Tatsache, dass keine Reibung anfällt, ergibt sich eine höhere Wiederholpräzision und Auflösung. Aufgrund dieser Eigenschaften kommen LVDTs typischerweise in Systemen zum Einsatz, in denen Betriebskosten, Sicherheit und hohe Ausfallsicherheit Prioritäten sind, wie zum Beispiel bei Landeklappen oder Heißdampfventilen, in Unterwasseranwendungen und Kraftwerkanlagen.
Andere Anwendungen, für die sich LVDTs mit freiem Kern anbieten, sind:
- Anwendungen, in denen das Messobjekt mechanisch mit der Referenzfläche oder dem Objekt gekoppelt ist (Ventile, Hydraulikzylinder, Stellglieder, Dehnungsprüfmaschine)
- Messbereiche über 4,00-Zoll-Frequenzgang >10 Hz (Schwingungsmessung)
- Kritische Messungen filigraner oder hochelastischer Materialien, die der Bewegung des Messobjekts wenig oder keinen mechanischen Widerstand entgegensetzen.
Federbelasteter LVDTS
Federbelastete LVDTs, häufig als Messtaster bezeichnet, enthalten einen berührungslosen induktiven Positionssensor – entweder einen LVDT oder eine Halbbrücke –, der über einen federbelasteten beweglichen Anker verfügt, welcher mit einer in einem hochpräzisen Linearlager geführten Welle gekoppelt ist. Die meisten Messtaster verfügen über einen maximalen Messbereich von ±0,50 mm bis ±50,0 mm (±0,020 in bis ±2,00 in), die Auflösungen betragen Bruchteile von Mikrometern. Die Elektronik kann in die federbelastete Einheit integriert werden – so ist keine externe Elektronik erforderlich, und die mechanische Einrichtung des Sensors in einer automatisierten Umgebung wird vereinfacht und ist kostengünstig möglich.
Elektronische Messtaster werden üblicherweise zur Vermessung von gefertigten Teilen eingesetzt und dienen somit als wichtige Komponenten in Qualitätssicherungssystemen. Zielanwendungen, in denen das Messobjekt nicht mechanisch mit der Referenzfläche gekoppelt ist:
- Schwerindustrie: Hermetisch abgedichtete Messtaster stellen eine Lösung für viele Messanwendungen in rauen Umgebungen dar.
- Hochpräzise Messtechnik: Bei Hochpräzisions-Messtastern läuft ein gehärteter und geschliffener, nicht drehender Messschaft in einer geraden Kugellagerschiene, die radiale Auslenkungen und Belastungen absolut minimiert. Dies resultiert in einer außerordentlichen Wiederholpräzision der Taster von 0,000006 Zoll (0,15 μm).
- Qualitätsmessungen in der Fertigungslinie: Für diese Anwendungen werden Messtaster mit pneumatischem Vorschub und Federrückzug empfohlen – sie fahren zur Messung aus und ziehen sich anschließend zurück, sodass der Taster nicht beschädigt wird, wenn das Produkt in der Linie weitertransportiert wird.
- Planheitsmessungen auf Platten
- Mögliche Bewegung des Messobjekts quer zur Achse: Beispielsweise die Durchführung einer Rundheitsmessung an einem rotierenden Bauteil
Ausgangssignale
Wechselstrombetriebene lineare LVDT-Wegsensoren (AC-LVDTs) enthalten keine interne Elektronik und benötigen externe Oszillatoren, Trägerfrequenzverstärker oder Demodulatoren und Filter. Gleichstrombetriebene lineare LVDT-Wegsensoren (DC-LVDTs) bestehen aus einem AC-LVDT und einem Trägerfrequenzgenerator-/Signalkonditionierungsmodul. Sie verfügen über alle wünschenswerten Eigenschaften des AC-LVDT und bieten dazu die Einfachheit des Gleichstrombetriebs. Die Entscheidung für entweder ein AC- oder DC-Ausgangssignal des LVDT wird oftmals von der Anwendung bestimmt.
AC-betriebene LVDT-Sensoren
- Ein einfacher AC-LVDT besteht aus einer Primärspule und zwei Sekundärspulen.
- Der ferromagnetische Kern im Inneren der Spulenanordnung bietet einen magnetischen Flusspfad, der die Spulen miteinander verbindet.
- Wenn die Primärspule mit einer Wechselspannung erregt wird (typischerweise 3–7 Vrms bei 2,5 kHz), wird die Spannung durch den Kern induktiv an die beiden Sekundärspulen gekoppelt.
- Die Spulenbaugruppe ist das feste Element, während der Kern über eine Verbindungsstange mit dem sich bewegenden Objekt verbunden ist.
- Die genaue Position des Kerns in der Spuleneinheit kann mit Hilfe der Elektronik bestimmt werden.
DC-betriebene LVDT-Sensoren
Integrierte Signalaufbereitungsschaltung
- Ein interner Oszillator erregt die Spulen mit dem erforderlichen Wechselstromsignal.
- Der DC-LVDT hat eine kleine Signalaufbereitungsschaltung im Sensorgehäuse.
- Die synchrone Demodulatorschaltung liest das Ausgangssignal der Sekundärspulen aus, gleichrichtet es und verstärkt es zu einem skalierten Gleichstromsignal, das proportional zum gesamten Bereich der LVDT-Kernposition ist.
Ausgangsspannung
Differenzausgangsspannung
Der Betrag der Differenzausgangsspannung E~OUT~ ändert sich mit der Kernposition. Der Wert von EOUT bei einer maximalen Verschiebung des Kerns vom Nullpunkt weg ist abhängig von der Amplitude der primären Erregungsspannung und dem Empfindlichkeitsfaktor des jeweiligen LVDT. Er beträgt jedoch üblicherweise mehrere Volt (RMS).
Der Phasenwinkel dieser AC-Ausgangsspannung E~OUT~, bezogen auf die primäre Erregerspannung, bleibt konstant, bis die Kernmitte den Nullpunkt passiert – dort springt der Phasenwinkel abrupt um 180°, wie in Abbildung 3B grafisch dargestellt.
Diese Phasenverschiebung um 180 Grad kann genutzt werden, um mithilfe einer geeigneten Schaltung die Richtung des Kerns ausgehend vom Nullpunkt zu bestimmen. Dies wird in Abbildung 3C veranschaulicht. Dabei stellt die Polarität des Ausgangssignals das Positionsverhältnis des Kerns zum Nullpunkt dar. Die Abbildung verdeutlicht außerdem, dass sich der Ausgang eines LVDT über den angegebenen Bereich der Kernbewegung sehr linear verhält. Der Sensor kann zwar über einen erweiterten Bereich verwendet werden, die Linearität des Ausgangs verringert sich dabei jedoch etwas.
Abbildung 3: Die Ausgabeeigenschaften eines LVDT sind je nach Position des Kerns unterschiedlich. Der Vollbereichsausgang ist ein starkes Signal von normalerweise einem Volt oder mehr und benötigt meistens keine Verstärkung. Zu beachten ist, dass ein LVDT auch jenseits von 100 % des Messbereichs weiter arbeitet – allerdings mit verminderter Linearität.
Signalkonditionierer
Obwohl es sich bei einem LVDT um einen elektrischen Transformator handelt, wird für dessen ordnungsgemäßen Betrieb Wechselstrom mit einer Amplitude und Frequenz benötigt, die von gewöhnlichen Stromnetzen deutlich abweichen (normalerweise 3 V (RMS) bei 3 kHz). Die Versorgung mit dieser Erregungsleistung für einen LVDT ist eine der Aufgaben der LVDT-Hilfselektronik, die gelegentlich auch als LVDT-Signalkonditionierungstechnik bezeichnet wird. Zu den weiteren Funktionen gehören die Umwandlung des niedrigen Wechselspannungsausgangssignals des LVDT in besser nutzbare Gleichstromsignale mit hohem Pegel, die Dekodierung von Richtungsinformationen anhand der 180-Grad-Phasenverschiebung des Ausgangssignals, wenn sich der Kern des LVDT durch den Nullpunkt bewegt, sowie die Bereitstellung eines elektrisch einstellbaren Ausgangsnullpegels. Es ist eine Vielzahl von Signalaufbereitungselektroniken für LVDTs erhältlich – von Chip- und Platinenlösungen für OEM-Anwendungen bis hin zu Modulen und kompletten Laborgeräten für Endanwender.
Die Hilfselektronik kann auch eigenständig sein, wie beim DC-LVDT in Abbildung 4. Diese bedienungsfreundlichen Positionsmessumformer bieten praktisch alle Vorteile des LVDT mit dem Komfort eines Betriebs mit DC-Eingang und -Ausgang. Natürlich sind LVDTs mit integrierter Elektronik nicht für jede Anwendung geeignet oder weisen für manche Installationsumgebungen nicht die geeignete Bauform auf.
Elektrische Verbindung
Steckverbinder und Zuleitungsdrähte bilden die elektrische Verbindung zwischen den Spulen eines LVDT-Wegsensors und der Signalkonditionierungselektronik. Im Folgenden finden Sie einige hilfreiche Tipps, die Sie bei der Auswahl eines Steckverbinders oder eines Zuleitungsdrahts für Ihren nächsten Sensor unterstützen.
Drahtleitungen
LVDT-Sensoren werden in der Regel mit Zuleitungsdrähten spezifiziert, da diese im Allgemeinen kostengünstiger und benutzerfreundlicher als Steckverbinder sind und eine einfache Verbindung mit der Signalkonditionierungselektronik für Tests am Labortisch bieten. In einigen Fällen können Zuleitungsdrähte größere Betriebstemperatur- und Druckbereiche ermöglichen. So sind Zuleitungsdrähte z. B. die bevorzugte elektrische Verbindung für Sensoren in Hochdruckumgebungen, in Zylindern von Hydraulikanwendungen oder bei Betriebstemperaturen von mehr als 200 °C.
Die Empfindlichkeit der Zuleitungsdrähte ist jedoch ein möglicher Nachteil, da die Drähte brechen können, wenn bei der Montage nicht vorsichtig vorgegangen wird. Lange Leitungen können zudem eine mühsame und komplizierte Montage nach sich ziehen. Außerdem können Zuleitungsdrähte Störungen aufnehmen, die die Signalinterpretation durch die Konditionierungsausrüstung und letztlich die Genauigkeit der Sensorausgabe beeinträchtigen können.
Steckverbinder
Sensoren mit Steckverbindern lassen sich unabhängig von der Verdrahtung einfacher installieren und deinstallieren. Bei der erneuten Montage eines Sensors können die Steckverbinder einfach gesteckt oder getrennt werden, während Zuleitungsdrähe gebrochen und häufig repariert werden müssen. Steckverbinder können auch mit abgeschirmten Kabelsätzen ausgestattet werden, um größere Entfernungen zwischen dem linearen LVDT-Wegsensor und der Elektronik zu ermöglichen. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn die Sensoren unter rauen Umgebungsbedingungen funktionieren müssen, da eine Verkabelung über eine geringere Widerstandsfähigkeit und Abschirmung gegenüber Störungen durch externe Quellen verfügt.
Wenn Drähte des Kabelsatzes brechen oder herausgezogen werden, muss lediglich der Kabelsatz ersetzt werden, während der restliche LVDT-Sensor weiterhin einsatzfähig ist. Das Brechen oder Abisolieren eines Zuleitungsdrahts durch zu festes Ziehen beschädigt den Sensor irreparabel, sodass ein Ersatzsensor angeschafft werden muss. Mithilfe von Steckverbindern können LVDT-Sensoren hermetisch abgedichtet werden, sodass sie einen Eindringschutzgrad von bis zu IP-68 bieten. Steckverbinder können sperrig sein und passen nur schwer in enge Räume oder in LVDTs mit Anforderungen an eine geringe Paketgröße.
Bei der Ermittlung der besten elektrischen Verbindung für einen LVDT-Sensor müssen die Daten über die beabsichtigte Sensorumgebung erfasst werden, da sich verschiedene Elemente auf die Leistung auswirken können.
- Temperaturen von mehr als 200 °C</b>: Leitungen eignen sich möglicherweise besser in Hochdruckumgebungen: in leitfähigen Flüssigkeiten wie Wasser ist ein Steckverbinder erforderlich; in Flüssigkeiten, die nicht elektrisch leitfähig sind (z. B. Hydraulikflüssigkeit), können Leitungen verwendet werden.
- Staub/Feuchtigkeit: Mit Glas abgedichtete Steckverbinder bieten einen besseren Umgebungsschutz gegen Staub, Feuchtigkeit und Eintauchen
- Vibration: Wenn der Sensor langfristig fortwährenden Stößen und Vibrationen ausgesetzt wird, sind Leitungen oder Schraubsteckverbinder die beste Option.
Empfohlene Anwendungsfälle bei der Wahl zwischen Anschlussdrähten und Steckverbindern. Beachten Sie, dass die Anwendungsanforderungen ebenso geprüft werden müssen, wie die Leistungsspezifikationen des LVDT.
| Anwendungsbereiche | Anschlussdraht | Steckverbinder |
|---|---|---|
| Einfaches Labortisch-Setup | X | |
| Häufiges Austauschen vor Ort | X | |
| Saubere/trockene Umgebungen | X | |
| Viel Staub/Schmutz/Feuchtigkeit | X | |
| Wenig Staub/Schmutz | X | |
| Hochdruck-Hydrauliköl | X | |
| Eintauchen in Süß-/Meerwasser | X |
Umgebungsbedingungen
Bei Anwendungen mit viel Staub, Schmutz, Feuchtigkeit oder Strahlwasser oder bei im Freien angebrachten Sensoren wird ein hermetisch abgedichteter LVDT empfohlen, damit nichts von außen in die Wicklungen eindringen und damit die Lebensdauer oder Zuverlässigkeit der Sensoren beeinträchtigen kann. In einer weniger anspruchsvollen oder Laborumgebung ist ein nicht hermetisch abgedichteter Standarddruckwandler mit geringeren Anschaffungskosten ausreichend.
Für Anwendungen in Zylindern mit Hydraulikflüssigkeit eignet sich gut ein „belüfteter“ LVDT. Belüftete Versionen der linearen LVDT-Wegsensoren verkraften eine Kombination aus Hochdruck, Temperatur, Stößen und Schwingungen, da die Spulenbaugruppe des Sensors belüftet ist, um den Druck inner- und außerhalb des linearen LVDT Wegsensors auszugleichen.
Spezialkonfigurationen für LVDTs bieten zudem eine gewisse Strahlenbeständigkeit und ermöglichen den Betrieb unter Wasser oder unter Hochdruck- bzw. atmosphärischen Bedingungen. So können beispielsweise einige Edelstahlsorten nicht für LVDTs eingesetzt werden, wenn die Sensoren direktem Kontakt mit Meerwasser ausgesetzt sind. Für den Einsatz in Unterwasserumgebungen sollte das LVDT-Gehäuse aus Speziallegierungen gefertigt sein, die eine erhöhte chemische Beständigkeit gegenüber Meerwasser bieten. Diese Superlegierungen erhöhen die ohnehin schon hohe Zuverlässigkeit der LVDT-Baugruppe und sorgen so dafür, dass sie die Anforderungen an eine längere Nutzungsdauer selbst dann erfüllt, wenn das Gerät in Tiefen von bis zu 4,5 km bei einem Außendruck von ca. 7.500 psi vollständig Meerwasser ausgesetzt ist.
Alloy 400 ist eine nickelbasierte Speziallegierung, die eine hervorragende Beständigkeit gegen Rostfraß und Angriffe durch Mikroorganismen bietet. Dadurch können die Sensoren in Seicht- und Warmwasser mit hohem Sauerstoffgehalt eingesetzt werden, ohne dass sich Meereslebewesen darauf ansiedeln können. Bei Unterwasseranwendungen in Tiefen von 2,2 km und einem Außendruck von mehr als 3.500 psi bieten Inconel, Titan und Hastelloy aufgrund des höheren Gehalts an Nickel, Chrom und Molybdän einen hervorragenden Korrosionsschutz.
Bei einer Auslegung mit Inconel 625 oder 718 für Druck- und Korrosionsbeständigkeit kann eine LVDT-Baugruppe selbst dann über viele Jahre zuverlässige Dienste bieten, wenn das Gerät vollständig Meerwasser ausgesetzt ist. Zwar kosten diese Legierungen mehr als Edelstahl, sie bieten aber Schutz vor lokaler Korrosion und Oxidierung sowie schädlichen Elementen. Bei LVDTs, für die vergleichbare Technologien nicht geeignet sind, können exotische Legierungen wie Kobalt, Nickel und Chrom mit Mineralisolierung die Leistung sogar noch weiter steigern.
IP-Schutzart
Lineare LVDT Wegsensoren sind in der Regel zwischen IP-61 und IP-69 eingestuft. LVDT-Sensoren sind zwar in nahezu allen Ausführungen staubdicht, weisen jedoch je nach Bauart unterschiedliche Schutzstufen gegen das Eindringen von Wasser auf. Beispielsweise sind einige LVDT-Sensoren mit einem begrenzten Spulenschutz ausgestattet, während andere mit Lack oder Epoxidharz geschützt sind. Hermetisch abgedichtete LVDTs sind zugeschweißt, damit nichts in den Sensor eindringen kann. Jede Bauart eines LVDT hat eine andere IP-Schutzart, und diese kann von Hersteller zu Hersteller verschieden sein.
Nicht hermetisch abgedichtete LVDTs
IP-61-Einstufung
Die externe Abdichtung von nicht hermetisch abgedichteten LVDT-Wegsensoren erfüllt IEC-Norm IP61. Diese Sensoren sind gegen Staubeintritt und Kondensation geschützt und eignen sich daher für folgende Anwendungen:
- Trockene Umgebungen mit begrenztem Staub-/Schmutzaufkommen
- Labortests
- Anwendungen für Innenräume
- Präzisions-Messanwendungen
- Ersatz für Messuhren
- Positionsrückmeldung von Roboteraktuatoren
Mit komplett expoxydumgossenen Spulen steigern nicht hermetisch abgedichtete LVDT-Wegesensoren ihren IP-Schutz auf IP64, was sie für den Einsatz in Umgebungen qualifiziert, in denen mit starker Feuchtigkeit zu rechnen ist.
Hermetisch abgedichtete LVDTs
IP-68-Einstufung
Hermetisch abgedichtete LVDTs bestehen komplett aus Edelstahl, und die Spulenwicklungen sind gegen widrige Einflüsse nach IEC-Norm IP68 geschützt. Diese Sensoren sind vollkommen gegen Staubeintritt geschützt und können längere Zeit bis zu einem bestimmten Druck unter Wasser getaucht werden, ohne dass Wasser in das Gehäuse dringt.
Empfohlene Anwendungen für LVDTs mit der Schutzart IP68 sind:
- Bauwerküberwachung im Freien
- Anwendungen mit Staub, Schmutz, Fett, Feuchtigkeit
- Schwerindustrie
- Ventilposition
Sensoren, die laut Herstellerangabe IP68 erreichen, bieten nicht notwendigerweise identischen Schutz, müssen aber in jedem Fall IP67 übertreffen. IP68-Sensoren sind dichtgeschweißt, und alle benetzten Teile außer dem Steckverbinder sind aus Metall. Die Sensoren selbst können in Wasser oder andere Flüssigkeit bis zu 1.000 psi getaucht werden, solange sie nicht im Einsatz sind. Der Betrieb unter Wasser hingegen ist nicht möglich, da Wasser in den Gegenstecker treten und einen Kurzschluss herbeiführen kann.
Tauchfeste LVDTs
IP-68-Einstufung
Untertauchbare LVDTs erzielen IP68 mit einem entsprechenden Seacon-Branter Gegenstecker. Steckverbinder und Gegenstecker sind für Drücke bis 5.000 psi oder höher ausgelegt. Diese Einheiten haben eine typische Lebensdauer von 20 Jahren in kritischen Anwendungen, wo der Zugang zum Austausch oder zur Reparatur der Einheit mit hohen Kosten verbunden ist.
Empfohlene Anwendungen:
- Meerwasser oder Süßwasser
- Bauwerküberwachung von Dämmen/Brücken
- Positionsüberwachung von Spulen-/Sicherungsschiebern in Bohrlochköpfen
- Unterwasser-Dehnungsmesser
- Haltetrossen
- Antriebe von kabelgeführten Unterwasserfahrzeugen/Klinkenpositionsrückmeldung