Christian Koehler
Christian Koehler
Der Fokus bei der Entwicklung neuer Technologien sollte darauf liegen, einen Mehrwert zu schaffen, die Benutzer zu inspirieren und ihnen eine effiziente Lösung für die Verbesserung der Technologien zu bieten, die sie alltäglich verwenden.

Wissen, was wichtig ist – den Kunden und Kollegen sowie auch Freunden und der Familie. Seit Christian Koehler 1991 zu TE Connectivity kam, hat er bereits sowohl im Vertrieb mit unseren großen Automobil-Erstausrüstern in ganz Europa als auch im Produktmanagement gearbeitet – einem Bereich, den er bei TE mit auf- und ausgebaut hat. Als Produktmanager betreute er unser Portfolio für Hochgeschwindigkeits-verbindungen. Inzwischen hat er sich auf Antennen für unseren globalen Markt spezialisiert. Mit seinem technischen Hintergrund, zu dem unter anderem ein Masterabschluss in Mikroelektronik gehört, arbeitet Koehler eng mit technologischen Start-up-Kunden von TE zusammen, um kundenspezifische Antennen zu entwickeln und zu konstruieren, die komplexe technologische Architekturen effizienter und integrationsfähiger für den Einsatz in Fahrzeugen, intelligenten Geräten und innovativen Logistiksystemen machen. Derzeit arbeitet er an 5G-Lösungen für Technologien, die für das Internet der Dinge geeignet sind. Christian Koehler hat klare Vorstellungen: „Der Fokus bei der Entwicklung neuer Technologien sollte darauf liegen, einen Mehrwert zu schaffen, die Benutzer zu inspirieren und ihnen eine effiziente Lösung für die Verbesserung der Technologien zu bieten, die sie alltäglich verwenden.“ Als Preisträger eines Excellence Awards von „Electronique“ und Autor verschiedener technischer Artikel, die in Branchenmagazinen veröffentlicht wurden, hilft er, das Antennenportfolio von TE mit Lösungen für das vernetzte Fahrzeug und das vernetzte Zuhause sowie für die intelligente Fabrik und die intelligente Stadt zu erweitern. Christian Koehler verfügt über die Lizenz als Pilot für Gas- und Heißluftballons und mag die Herausforderungen im Zuge der Entwicklung neuer Technologien. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Frau, mit der er seit 40 Jahren verheiratet ist, sowie mit den gemeinsamen Kindern und Enkeln. Seine Familie und Freunde bestärkt er darin, immer neugierig zu bleiben, Dinge zu erforschen und ihre Träume zu verfolgen.

  1. Von Avnet: Unsere Partnerschaft mit IoT-Innovator Hanhaa (Englisch)

Erfahren Sie, wie unsere maßgeschnei-derten Antennen für 5G-Verbindungen dem IoT-Start-up-Unternehmen Hanhaa ermöglicht haben, ParceLive zu entwickeln: Das wiederverwendbare, intelligente System verfolgt Pakete in Echtzeit von der Fabrik bis zur Haustür. Durch die Zusammenarbeit mit TE und Avnet konnte Hanhaa eine hervorragende Idee zu einem funktionierenden Prototypen und letztendlich in ein industrialisiertes Produkt umwandeln. Herausgekommen ist ein dynamisches System, das Standort, Zustand und Sicherheit von Paketen überwachen kann, die weltweit versandt werden.

Video mit freundlicher Genehmigung von Avnet.

1

Warum ist Ihnen Technologie so wichtig?

Der Elektronikmarkt ist sehr dynamisch: Er bietet neue Möglichkeiten und einzigartige Herausforderungen, mit denen die Grenzen des Möglichen neu gesteckt werden können. Die Einführung von 5G ist ein gutes Beispiel dafür. Dadurch werden neue Technologien wie künstliche Intelligenz, autonome Prozesse oder die Nachverfolgung von allem an jedem beliebigen Ort möglich, durch die sich die Art und Weise, wie wir mit unserer Umgebung interagieren, verändert.

In den vergangenen Jahren haben Entwickler anhand technologischer Fortschritte (von großen und bekannten Unternehmen) versucht, Märkte zu stören. Es wurde angenommen, dass diese Fortschritte die Art und Weise, wie wir über Technologie denken und wie wir sie nutzen, verändern würden. Viele dieser Projekte haben sich allerdings als mangelhaft herausgestellt und sind häufig sehr schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Das ist auch jungen Unternehmern passiert, die zunächst mit ihren neuen Ideen und Konzepten sehr erfolgreich waren.

Wir stellen fest, dass die Größe eines Unternehmens heute nicht mehr unbedingt wie früher ein Zeichen seiner Stärke ist. Heutzutage zählen Flexibilität, Kreativität und Schnelligkeit, also die Fähigkeit, sich dem Tempo des Kunden anzupassen.

Für mich ist ein Geschäftsfall dann sinnvoll, wenn ein Start-up-Unternehmen versucht, auszutesten, was mit Technologie erreicht werden kann. Ich arbeite gerne mit diesen Teams zusammen, um ihnen dabei zu helfen, ihr Konzept in ein tatsächliches Produkt umzusetzen. Es ist ein tolles Erfolgsgefühl, wenn man das schafft, und gleichzeitig noch einen guten Nachhaltigkeitskonsens erreicht = Wirtschaft x Umweltfreundlichkeit x Ästhetik.

2

Wie helfen Sie Start-ups, schwierige technische Herausforderungen zu meistern?

Eine der größten Schwierigkeiten ist meiner Ansicht nach der Mangel an Erfahrung im Zusammenhang mit der Entwicklung integrierter Antennen. Integrierte Antennen werden häufig fälschlicherweise als passive Komponenten, wie Widerstände oder Kondensatorgehäuse, betrachtet. Was die Teams schnell lernen, ist, wie wichtig integrierte Antennen dafür sind, den gewünschten Grad an Integration zu erreichen.

Datenblätter sehen nett aus und veröffentlichte Leistungswerte sind wunderbar. Aber wenn man an einem tatsächlichen, greifbaren Produkt arbeitet, gibt es keine definitiven Lösungen dafür, was in bestimmten Situationen funktioniert. Leiterplatten gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen, und es steht wenig Platz zur Verfügung. Daher ist die Miniaturisierung entscheidend, wenn es darum geht, mehr Funktionen in Small Form Factor-Geräte zu integrieren.

Um dies richtig zu machen, muss häufig das gesamte Gerät als Antenne dienen. Das bedeutet, dass ein Antennenelement entwickelt werden muss, das mehr als nur ein Stimulator für die erforderlichen Frequenzen ist. Folglich muss der Ingenieur die Antenne von Anfang an einplanen, und mit Experten zusammenarbeiten, die bereits erfolgreich integrierte Antennen entwickelt haben. Häufig sind die Unternehmen überrascht, wenn sie erfahren, dass viele Designänderungen bereits in der frühen Entwicklungsphase stattfinden, mit dem Zweck, weitere Änderungen am Endprodukt berücksichtigen zu können.

Während der Entwicklung versetzen wir häufig Komponenten oder Module, und Akkus sowie Displays werden vergrößert oder verkleinert. In dieser Phase stellen viele Start-ups fest, dass zusätzliche Antennen erforderlich sind. Folglich muss das Material gewechselt werden, und zwar oft dann, wenn der Prototyp in die Produktion gehen soll. Dadurch kann die gesamte Konstruktion gefährdet werden, und die Produkt- sowie die Antennenleistung können stark beeinträchtigt werden. Durch das frühe Einbeziehen von Experten sind solche Probleme sowie auch zusätzliche Iterationen und Kompromisse zur Behebung von Schwierigkeiten, die durch unerwartete Änderungen auftreten, vermeidbar.

3

Inwiefern sind Antennen an der Entwicklung der Technologiebranche beteiligt?

Die Zukunft der Technologie wird von den mobilen Netzwerken der nächsten Generation gestaltet werden, wie 5G und darüber hinaus. Dabei zeichnen sich fünf Trends ab:

  1. Die Anzahl an Netzteilnehmern wird stark und exponentiell ansteigen.
  2. Die Latenzzeit für bestimmte Drahtlosservices in Echtzeit wird von derzeit ca. 50-10 ms auf ungefähr 1 ms sinken.
  3. Bezüglich des Durchlaufs werden die Anforderungen stark ansteigen, und so wenige Gbit/Sekunde wie möglich verlangt werden.
  4. Im Internet der Dinge werden Milliarden von Geräten drahtlos verbunden sein.
  5. Sicherheit und Verfügbarkeit werden beim Messen der wichtigsten Leistungsindikatoren für die drahtlose Technologie der nächsten Generation eine entscheidende Rolle spielen.

 

Diese Trends sorgen dafür, dass der drahtlose Datenverkehr innerhalb eines begrenzten Spektrums verfügbarer Frequenzen zunimmt. Folglich spielt die spektrale Effizienz eine wichtige Rolle beim Antennendesign, und es entstehen Möglichkeiten dafür, den Übertragsweg ausreichend und wiederholbar zu machen.

 

Mit der Zunahme des drahtlosen Datenverkehrs gibt es auch mehr Störungen und Interferenzen. Um dieses Problem zu lösen, muss der Datenverkehr effizienter werden. Das heißt, die Geräte müssen mehrere Antennen gleichzeitig nutzen. Smartphones können 6-8 Antennen haben, Tracking-Geräte 3-5, wie Bluetooth, WLAN, LTE Haupt und AUX, GNSS, DSRC und NFC.

 

Die Aufgabe des Antennendesigners ist es, unter Einhaltung eines sehr kleinen Formfaktors, die Interferenzen zwischen mehreren Antennen auf ein Minimum zu reduzieren und gleichzeitig die Effizienz und Bandbreite zu maximieren. Man darf nicht vergessen, dass es sich hierbei häufig um gegensätzliche Anforderungen handelt, und häufig ist ein Kompromiss nötig, um eine funktionierende Lösung zu erhalten. TE verfügt über patentierte Antennentechnologien, die bei der Umsetzung dieser Ziele helfen. Dazu gehören MetaSpan, 3D-Fertigungstechniken wie MID/LDS sowie Puck-Antennendesigns für sphärische omnidirektionale Abdeckung. Es ist daher besonders wichtig, mit Experten zusammenzuarbeiten, die sich mit diesen Techniken auskennen. Nur so können Antennen entwickelt und konstruiert werden, die einen effektiven Betrieb von drahtlosen Geräten ermöglichen, mit OTA-Analyse und -Optimierung (Over the Air).

4

Welche Vorteile hat die Zusammenarbeit mit TE?

Sehen wir uns beispielsweise die Partnerschaften mit Hanhaa, einem Start-up-Unternehmen und Innovator im Bereich Internet der Dinge, und mit u-blox an, einem etablierten Anbieter drahtloser Module. Wir haben den beiden Unternehmen dabei geholfen, zu verstehen, dass für die Reduzierung des Batterieverbrauchs sowie für die Art von technologischer Integration, die ihre Produkte erfordern, hoch effiziente Antennen von entscheidender Bedeutung sind.

Laut Hanhaa-CEO Azhar Hussain haben wir dem Unternehmen dabei geholfen, „eine Mauer zu überwinden, bevor wir überhaupt wussten, dass dort eine war“. Was Hussain damit sagen möchte: Wir haben Verbindungsprobleme erkannt und gelöst, derer sich das Unternehmen noch gar nicht bewusst war.

Dank unserer umfassenden Erfahrung in der Entwicklung mobiler Antennen haben unsere Ingenieure schnell eine Lösung dafür gefunden, mehrere Antennen in ein Smartphone mit sehr kleinem Formfaktor zu integrieren, und konnten das Unternehmen zudem bei der Zertifizierung des Geräts unterstützen. Wir analysierten das Projekt in einer sehr späten Phase, aber noch mit ausreichend Zeit, um das gesamte ParceLive-Gerät anzupassen und die geeigneten Antennenfunktionen für die Lösung des vorliegenden Problems zu integrieren. Mit unserer Hilfe konnte das Unternehmen ein Problem vermeiden, bevor es zu spät war. Heute wird das ParceLive-System für die effektive Nachverfolgung von weltweit versendeten Paketen eingesetzt und liefert Echtzeitdaten zu umweltbezogenen und mechanischen Bedingungen sowie zum Paket-Standort.

5

Wie funktioniert eine solche technische Zusammenarbeit?

Wir haben das Ziel, unseren Partnern einen hohen Mehrwert sowie Impulse zu bieten. u-blox, den Innovator von drahtlosen Modulen, haben wir dabei unterstützt, seine Lösung schnell mit der vom Endkunden gewünschten Zuverlässigkeit auf den Weg zu bringen. Die Herausforderung dabei besteht darin, dass alle HF-Module von u-blox Antennen erfordern, häufig sogar eingebettete. Um eine Antenne effektiv in ein drahtloses Gerät zu integrieren, muss sich der Entwickler der Tatsache bewusst sein, dass das gesamte Gerät einen Teil der Antenne darstellt. Durch die Kombination des umfassenden Fachwissens von u-blox über aktive Antennenmodule mit der Antennentechnologie und der Konstruktionserfahrung von TE schufen wir eine Win-win-Situation.

6

Inwiefern gehen Start-ups anders an den Innovationsprozess heran?

Hanhaa begann mit einer klaren Vorstellung: Das Unternehmen wollte ein wesentliches Geschäftsproblem im Zusammenhang mit dem Transport von Produkten lösen. Indem sie das Problem definierten, waren sie in der Lage, einen Geschäftsplan und eine Strategie zu entwickeln. Die angestrebte Lösung war sehr viel komplexer und anspruchsvoller, als zunächst angenommen.

 

Um seine geplante Lösung umsetzen zu können, musste das Unternehmen erkennen, dass Antennen nicht einfach nur eine Komponente sind, sondern einen Teil des gesamten Geräts bilden. Dies war Hanhaa zu Beginn ebenso wenig bewusst wie die Tatsache, dass jegliche Änderung am Leiterplattenlayout, auch hinsichtlich Komponentenplatzierung und Gehäusematerialien, die HF-Leistung beeinflussen kann.

 

Die Herausforderung bestand darin, dass die HF-Modulanbieter das Unternehmen im Stich ließen und keine nützlichen Vorschläge für das Funktionieren von Antennen/HF-Modulen im Zusammenhang mit ihrer Anwendung machten. Jeder Anbieter konzentrierte sich auf seine Komponenten, ohne dabei zu beachten, wie diese mit den anderen Bauelementen auf der Leiterplatte interagierten.

 

Dadurch kam es fast zu einer kritischen Situation, als festgestellt wurde, dass die Antennen nicht wie in den Datenblättern angegeben funktionierten. Die Erkenntnis daraus ist, dass man so früh wie möglich mit Experten zusammenarbeiten und ihrem Fachwissen über Antennen vertrauen sollte, anstatt sich nur darauf zu konzentrieren, was auf Datenblättern steht.

 

Im Zuge dieser Partnerschaften entwickelte mein Team zwei neue Antennenlösungen. Diese Innovationen halfen unseren Partnern entscheidend dabei, ein Produkt zu entwickeln, das alle Erwartungen übertrifft und den Anforderungen hinsichtlich HF-Leistung, Kosten und Benutzerfreundlichkeit entspricht.

Christian Koehler
Christian Koehler
Der Fokus bei der Entwicklung neuer Technologien sollte darauf liegen, einen Mehrwert zu schaffen, die Benutzer zu inspirieren und ihnen eine effiziente Lösung für die Verbesserung der Technologien zu bieten, die sie alltäglich verwenden.

Wissen, was wichtig ist – den Kunden und Kollegen sowie auch Freunden und der Familie. Seit Christian Koehler 1991 zu TE Connectivity kam, hat er bereits sowohl im Vertrieb mit unseren großen Automobil-Erstausrüstern in ganz Europa als auch im Produktmanagement gearbeitet – einem Bereich, den er bei TE mit auf- und ausgebaut hat. Als Produktmanager betreute er unser Portfolio für Hochgeschwindigkeits-verbindungen. Inzwischen hat er sich auf Antennen für unseren globalen Markt spezialisiert. Mit seinem technischen Hintergrund, zu dem unter anderem ein Masterabschluss in Mikroelektronik gehört, arbeitet Koehler eng mit technologischen Start-up-Kunden von TE zusammen, um kundenspezifische Antennen zu entwickeln und zu konstruieren, die komplexe technologische Architekturen effizienter und integrationsfähiger für den Einsatz in Fahrzeugen, intelligenten Geräten und innovativen Logistiksystemen machen. Derzeit arbeitet er an 5G-Lösungen für Technologien, die für das Internet der Dinge geeignet sind. Christian Koehler hat klare Vorstellungen: „Der Fokus bei der Entwicklung neuer Technologien sollte darauf liegen, einen Mehrwert zu schaffen, die Benutzer zu inspirieren und ihnen eine effiziente Lösung für die Verbesserung der Technologien zu bieten, die sie alltäglich verwenden.“ Als Preisträger eines Excellence Awards von „Electronique“ und Autor verschiedener technischer Artikel, die in Branchenmagazinen veröffentlicht wurden, hilft er, das Antennenportfolio von TE mit Lösungen für das vernetzte Fahrzeug und das vernetzte Zuhause sowie für die intelligente Fabrik und die intelligente Stadt zu erweitern. Christian Koehler verfügt über die Lizenz als Pilot für Gas- und Heißluftballons und mag die Herausforderungen im Zuge der Entwicklung neuer Technologien. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Frau, mit der er seit 40 Jahren verheiratet ist, sowie mit den gemeinsamen Kindern und Enkeln. Seine Familie und Freunde bestärkt er darin, immer neugierig zu bleiben, Dinge zu erforschen und ihre Träume zu verfolgen.

  1. Von Avnet: Unsere Partnerschaft mit IoT-Innovator Hanhaa (Englisch)

Erfahren Sie, wie unsere maßgeschnei-derten Antennen für 5G-Verbindungen dem IoT-Start-up-Unternehmen Hanhaa ermöglicht haben, ParceLive zu entwickeln: Das wiederverwendbare, intelligente System verfolgt Pakete in Echtzeit von der Fabrik bis zur Haustür. Durch die Zusammenarbeit mit TE und Avnet konnte Hanhaa eine hervorragende Idee zu einem funktionierenden Prototypen und letztendlich in ein industrialisiertes Produkt umwandeln. Herausgekommen ist ein dynamisches System, das Standort, Zustand und Sicherheit von Paketen überwachen kann, die weltweit versandt werden.

Video mit freundlicher Genehmigung von Avnet.

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Warum ist Ihnen Technologie so wichtig?

Der Elektronikmarkt ist sehr dynamisch: Er bietet neue Möglichkeiten und einzigartige Herausforderungen, mit denen die Grenzen des Möglichen neu gesteckt werden können. Die Einführung von 5G ist ein gutes Beispiel dafür. Dadurch werden neue Technologien wie künstliche Intelligenz, autonome Prozesse oder die Nachverfolgung von allem an jedem beliebigen Ort möglich, durch die sich die Art und Weise, wie wir mit unserer Umgebung interagieren, verändert.

In den vergangenen Jahren haben Entwickler anhand technologischer Fortschritte (von großen und bekannten Unternehmen) versucht, Märkte zu stören. Es wurde angenommen, dass diese Fortschritte die Art und Weise, wie wir über Technologie denken und wie wir sie nutzen, verändern würden. Viele dieser Projekte haben sich allerdings als mangelhaft herausgestellt und sind häufig sehr schnell wieder in der Versenkung verschwunden. Das ist auch jungen Unternehmern passiert, die zunächst mit ihren neuen Ideen und Konzepten sehr erfolgreich waren.

Wir stellen fest, dass die Größe eines Unternehmens heute nicht mehr unbedingt wie früher ein Zeichen seiner Stärke ist. Heutzutage zählen Flexibilität, Kreativität und Schnelligkeit, also die Fähigkeit, sich dem Tempo des Kunden anzupassen.

Für mich ist ein Geschäftsfall dann sinnvoll, wenn ein Start-up-Unternehmen versucht, auszutesten, was mit Technologie erreicht werden kann. Ich arbeite gerne mit diesen Teams zusammen, um ihnen dabei zu helfen, ihr Konzept in ein tatsächliches Produkt umzusetzen. Es ist ein tolles Erfolgsgefühl, wenn man das schafft, und gleichzeitig noch einen guten Nachhaltigkeitskonsens erreicht = Wirtschaft x Umweltfreundlichkeit x Ästhetik.

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Wie helfen Sie Start-ups, schwierige technische Herausforderungen zu meistern?

Eine der größten Schwierigkeiten ist meiner Ansicht nach der Mangel an Erfahrung im Zusammenhang mit der Entwicklung integrierter Antennen. Integrierte Antennen werden häufig fälschlicherweise als passive Komponenten, wie Widerstände oder Kondensatorgehäuse, betrachtet. Was die Teams schnell lernen, ist, wie wichtig integrierte Antennen dafür sind, den gewünschten Grad an Integration zu erreichen.

Datenblätter sehen nett aus und veröffentlichte Leistungswerte sind wunderbar. Aber wenn man an einem tatsächlichen, greifbaren Produkt arbeitet, gibt es keine definitiven Lösungen dafür, was in bestimmten Situationen funktioniert. Leiterplatten gibt es in vielen verschiedenen Formen und Größen, und es steht wenig Platz zur Verfügung. Daher ist die Miniaturisierung entscheidend, wenn es darum geht, mehr Funktionen in Small Form Factor-Geräte zu integrieren.

Um dies richtig zu machen, muss häufig das gesamte Gerät als Antenne dienen. Das bedeutet, dass ein Antennenelement entwickelt werden muss, das mehr als nur ein Stimulator für die erforderlichen Frequenzen ist. Folglich muss der Ingenieur die Antenne von Anfang an einplanen, und mit Experten zusammenarbeiten, die bereits erfolgreich integrierte Antennen entwickelt haben. Häufig sind die Unternehmen überrascht, wenn sie erfahren, dass viele Designänderungen bereits in der frühen Entwicklungsphase stattfinden, mit dem Zweck, weitere Änderungen am Endprodukt berücksichtigen zu können.

Während der Entwicklung versetzen wir häufig Komponenten oder Module, und Akkus sowie Displays werden vergrößert oder verkleinert. In dieser Phase stellen viele Start-ups fest, dass zusätzliche Antennen erforderlich sind. Folglich muss das Material gewechselt werden, und zwar oft dann, wenn der Prototyp in die Produktion gehen soll. Dadurch kann die gesamte Konstruktion gefährdet werden, und die Produkt- sowie die Antennenleistung können stark beeinträchtigt werden. Durch das frühe Einbeziehen von Experten sind solche Probleme sowie auch zusätzliche Iterationen und Kompromisse zur Behebung von Schwierigkeiten, die durch unerwartete Änderungen auftreten, vermeidbar.

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Inwiefern sind Antennen an der Entwicklung der Technologiebranche beteiligt?

Die Zukunft der Technologie wird von den mobilen Netzwerken der nächsten Generation gestaltet werden, wie 5G und darüber hinaus. Dabei zeichnen sich fünf Trends ab:

  1. Die Anzahl an Netzteilnehmern wird stark und exponentiell ansteigen.
  2. Die Latenzzeit für bestimmte Drahtlosservices in Echtzeit wird von derzeit ca. 50-10 ms auf ungefähr 1 ms sinken.
  3. Bezüglich des Durchlaufs werden die Anforderungen stark ansteigen, und so wenige Gbit/Sekunde wie möglich verlangt werden.
  4. Im Internet der Dinge werden Milliarden von Geräten drahtlos verbunden sein.
  5. Sicherheit und Verfügbarkeit werden beim Messen der wichtigsten Leistungsindikatoren für die drahtlose Technologie der nächsten Generation eine entscheidende Rolle spielen.

 

Diese Trends sorgen dafür, dass der drahtlose Datenverkehr innerhalb eines begrenzten Spektrums verfügbarer Frequenzen zunimmt. Folglich spielt die spektrale Effizienz eine wichtige Rolle beim Antennendesign, und es entstehen Möglichkeiten dafür, den Übertragsweg ausreichend und wiederholbar zu machen.

 

Mit der Zunahme des drahtlosen Datenverkehrs gibt es auch mehr Störungen und Interferenzen. Um dieses Problem zu lösen, muss der Datenverkehr effizienter werden. Das heißt, die Geräte müssen mehrere Antennen gleichzeitig nutzen. Smartphones können 6-8 Antennen haben, Tracking-Geräte 3-5, wie Bluetooth, WLAN, LTE Haupt und AUX, GNSS, DSRC und NFC.

 

Die Aufgabe des Antennendesigners ist es, unter Einhaltung eines sehr kleinen Formfaktors, die Interferenzen zwischen mehreren Antennen auf ein Minimum zu reduzieren und gleichzeitig die Effizienz und Bandbreite zu maximieren. Man darf nicht vergessen, dass es sich hierbei häufig um gegensätzliche Anforderungen handelt, und häufig ist ein Kompromiss nötig, um eine funktionierende Lösung zu erhalten. TE verfügt über patentierte Antennentechnologien, die bei der Umsetzung dieser Ziele helfen. Dazu gehören MetaSpan, 3D-Fertigungstechniken wie MID/LDS sowie Puck-Antennendesigns für sphärische omnidirektionale Abdeckung. Es ist daher besonders wichtig, mit Experten zusammenzuarbeiten, die sich mit diesen Techniken auskennen. Nur so können Antennen entwickelt und konstruiert werden, die einen effektiven Betrieb von drahtlosen Geräten ermöglichen, mit OTA-Analyse und -Optimierung (Over the Air).

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Welche Vorteile hat die Zusammenarbeit mit TE?

Sehen wir uns beispielsweise die Partnerschaften mit Hanhaa, einem Start-up-Unternehmen und Innovator im Bereich Internet der Dinge, und mit u-blox an, einem etablierten Anbieter drahtloser Module. Wir haben den beiden Unternehmen dabei geholfen, zu verstehen, dass für die Reduzierung des Batterieverbrauchs sowie für die Art von technologischer Integration, die ihre Produkte erfordern, hoch effiziente Antennen von entscheidender Bedeutung sind.

Laut Hanhaa-CEO Azhar Hussain haben wir dem Unternehmen dabei geholfen, „eine Mauer zu überwinden, bevor wir überhaupt wussten, dass dort eine war“. Was Hussain damit sagen möchte: Wir haben Verbindungsprobleme erkannt und gelöst, derer sich das Unternehmen noch gar nicht bewusst war.

Dank unserer umfassenden Erfahrung in der Entwicklung mobiler Antennen haben unsere Ingenieure schnell eine Lösung dafür gefunden, mehrere Antennen in ein Smartphone mit sehr kleinem Formfaktor zu integrieren, und konnten das Unternehmen zudem bei der Zertifizierung des Geräts unterstützen. Wir analysierten das Projekt in einer sehr späten Phase, aber noch mit ausreichend Zeit, um das gesamte ParceLive-Gerät anzupassen und die geeigneten Antennenfunktionen für die Lösung des vorliegenden Problems zu integrieren. Mit unserer Hilfe konnte das Unternehmen ein Problem vermeiden, bevor es zu spät war. Heute wird das ParceLive-System für die effektive Nachverfolgung von weltweit versendeten Paketen eingesetzt und liefert Echtzeitdaten zu umweltbezogenen und mechanischen Bedingungen sowie zum Paket-Standort.

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Wie funktioniert eine solche technische Zusammenarbeit?

Wir haben das Ziel, unseren Partnern einen hohen Mehrwert sowie Impulse zu bieten. u-blox, den Innovator von drahtlosen Modulen, haben wir dabei unterstützt, seine Lösung schnell mit der vom Endkunden gewünschten Zuverlässigkeit auf den Weg zu bringen. Die Herausforderung dabei besteht darin, dass alle HF-Module von u-blox Antennen erfordern, häufig sogar eingebettete. Um eine Antenne effektiv in ein drahtloses Gerät zu integrieren, muss sich der Entwickler der Tatsache bewusst sein, dass das gesamte Gerät einen Teil der Antenne darstellt. Durch die Kombination des umfassenden Fachwissens von u-blox über aktive Antennenmodule mit der Antennentechnologie und der Konstruktionserfahrung von TE schufen wir eine Win-win-Situation.

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Inwiefern gehen Start-ups anders an den Innovationsprozess heran?

Hanhaa begann mit einer klaren Vorstellung: Das Unternehmen wollte ein wesentliches Geschäftsproblem im Zusammenhang mit dem Transport von Produkten lösen. Indem sie das Problem definierten, waren sie in der Lage, einen Geschäftsplan und eine Strategie zu entwickeln. Die angestrebte Lösung war sehr viel komplexer und anspruchsvoller, als zunächst angenommen.

 

Um seine geplante Lösung umsetzen zu können, musste das Unternehmen erkennen, dass Antennen nicht einfach nur eine Komponente sind, sondern einen Teil des gesamten Geräts bilden. Dies war Hanhaa zu Beginn ebenso wenig bewusst wie die Tatsache, dass jegliche Änderung am Leiterplattenlayout, auch hinsichtlich Komponentenplatzierung und Gehäusematerialien, die HF-Leistung beeinflussen kann.

 

Die Herausforderung bestand darin, dass die HF-Modulanbieter das Unternehmen im Stich ließen und keine nützlichen Vorschläge für das Funktionieren von Antennen/HF-Modulen im Zusammenhang mit ihrer Anwendung machten. Jeder Anbieter konzentrierte sich auf seine Komponenten, ohne dabei zu beachten, wie diese mit den anderen Bauelementen auf der Leiterplatte interagierten.

 

Dadurch kam es fast zu einer kritischen Situation, als festgestellt wurde, dass die Antennen nicht wie in den Datenblättern angegeben funktionierten. Die Erkenntnis daraus ist, dass man so früh wie möglich mit Experten zusammenarbeiten und ihrem Fachwissen über Antennen vertrauen sollte, anstatt sich nur darauf zu konzentrieren, was auf Datenblättern steht.

 

Im Zuge dieser Partnerschaften entwickelte mein Team zwei neue Antennenlösungen. Diese Innovationen halfen unseren Partnern entscheidend dabei, ein Produkt zu entwickeln, das alle Erwartungen übertrifft und den Anforderungen hinsichtlich HF-Leistung, Kosten und Benutzerfreundlichkeit entspricht.