Elizabeth Da Silva Domingues
Ein genauerer Blick auf die anspruchsvollsten und vielfältigsten Marktspezifikationen für Hochspannungssysteme in der Schienenverkehrsindustrie, um die richtigen Lösungen bereitzustellen

Elizabeth Da Silva Domingues schloss den Studiengang Hochspannungsenergietechnik an der University of Manchester mit dem Doktortitel (PhD) ab und kam im November 2011 zum HV Rail-Team von TE. Sie verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung mit HS-Leistungssystemen und eine starke Erfolgsbilanz im akademischen Bereich, in angewandter Forschung und Entwicklung sowie in Projektleitung. Sie ist ein Senior-Mitglied des IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineer) mit mehr als 50 geprüften internationalen Fachbeiträgen.

Von Anfang betraute Frau Da Silva Domingues bei TE die Entwicklung und Tests von HS-Schienenverkehrsprodukten. Sie leitet die Arbeit des Entwicklungsteams, das sich mit dem Design von Hochspannungs-Schienenfahrzeugen und Lebenszyklusaktivitäten beschäftigt. Außerdem unterstützt sie den Vertrieb, die Fertigung und den Kundensupport.

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Wie wichtig ist bei Hochspannungsprojekten im Bereich Schienenverkehr die Beziehung zwischen der Entwicklungsabteilung und dem Kunden?

Wenn wir über Hochspannungsprojekte in diesem Bereich reden, geht es um energietechnische Bewegungssysteme. Deshalb haben wir neben den üblichen elektromechanischen Variablen, die bei dieser Art von Systemen zutreffen, zusätzliche Variablen wie Umgebungsbedingungen, Geschwindigkeit, Raum und Gewicht, die jedes Design einzigartig machen. Das bedeutet, dass für Zugstrecken mit unterschiedlichen Topografien, einer unterschiedlichen Anzahl von Bahnhöfen oder unterschiedlichen Verschmutzungsgraden in der Umgebung verschiedene Dachleitungssysteme eingesetzt werden.

Daher ist die Interaktion mit unseren Kunden bei jedem Projekt entscheidend. Sie sind unsere wichtigste Informationsquelle, und durch diese Informationen und die Zusammenarbeit können wir die richtige Lösung für jeden Einzelfall entwickeln. 

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Wie kann Ihrer Meinung nach die Innovation durch die Zusammenarbeit zwischen internen Abteilungen von TE gefördert werden?

Einer der Vorteile eines Unternehmens, das in verschiedenen Branchen tätig ist, besteht darin, dass sich in vielen Fällen die Fortschritte und Innovationen einiger Branchen auf andere übertragen lassen. So entsteht in der Schienenverkehrsindustrie mit den langen Lebenszyklen (30 Jahre) ihres Produkts (Züge) die Innovation normalerweise durch bewährte Produkte anderer Branchen, wie z. B. Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie und Energie.

Daher arbeiten wir im HS-Entwicklungsteam regelmäßig mit anderen Abteilungen zusammen – im Wesentlichen mit dem Geschäftsbereich TE Energy, die über ein breites Portfolio an energietechnischen Produkten verfügt, sowie mit der Abteilung für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Marine, die mit der Schienenverkehrsindustrie ein paar Gemeinsamkeiten hat.

Wir untersuchen kontinuierlich, welche der energietechnischen Produkte für den Einsatz im Schienenverkehr getestet werden können oder welche Anpassungen für diesen Markt notwendig wären. Ein Faktor, der eine große Rolle spielt, sind die niedrigen Stückzahlen in der Schienenverkehrsindustrie (verglichen mit der Energiebranche). Wenn wir also einen Weg finden, deren Produkte für uns zu nutzen, ist das eine effiziente Möglichkeit zur Innovation.

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Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Herausforderung im Hochspannungsbereich der Schienenverkehrsindustrie?

Ich würde sagen, die wichtigste Herausforderung ist, dass sich die Branche über die Komplexität von Hochspannungssystemen auf Zügen im Klaren ist und die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich vorantreibt.

In der Schienenfahrzeugindustrie spielt die Mechanik traditionell die größte Rolle. Dadurch gab es in Bereichen wie Motoren, Bremssystemen, Aerodynamik usw. viel Innovation, während das Hochspannungssystem, das den Zug mit Strom versorgt, nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Im Rahmen unserer Tätigkeiten bieten wir unseren Kunden eine kontinuierliche Beratung an. Da das Hochspannungssystem mit dem Rest des Zugsystems (Motor, Bremsen, Türen usw.) verbunden ist, müssen wir uns bewusst sein, dass sich die Leistung dieser Systeme auf die Leistung des Hochspannungssystems und dessen Anforderungen auswirkt.

Wir bei TE schulen eine neue Generation von Hochspannungstechnikern, die nicht nur das nötige Fachwissen für diese Herausforderung haben wird, sondern auch Innovationen anstoßen und neue Systeme bauen wird, auf die die Branche wartet.