Ronald M. Weber, Business Development Manager, Intelligent Buildings
Ich habe schon immer diesen Drang gehabt, innovativ zu sein – und zwar sowohl bei der Arbeit als auch zuhause.

Ronald M. Weber ist Inhaber von mehr als 45 Patenten für Zusammenschaltungen und weiteren angemeldeten Patenten. 1984 begann er seine Karriere bei TE als Ingenieur – und später als leitender Ingenieur – mit der AMP-Produktfamilie von TE. Er verfügt über umfassende Erfahrungen zur Entwicklung von Techniklösungen in einer Vielzahl von Branchen, darunter Elektro- und Haushaltsgeräte, Beleuchtung und Gebäudeausrüstung. In seiner Karriere bei TE, die auch Erfahrungen in den Bereichen Projektmanagement und Geschäftsentwicklung umfasst, leitete Ron Weber den frühen Einstieg von TE in Zusammenschaltungen für die Branche der LED-Hochleistungsbeleuchtung. In seiner aktuellen Position leitet der Absolvent der Clarkson University das Engagement von TE, Geschäftsgelegenheiten im Bereich der Gebäudeautomatisierung zu entwickeln. Dabei konzentriert er sich auf die Chancen von TE bei der Heimautomatisierung. In dieser Position setzt er seine technischen Fachkenntnisse zum direkten Vorteil seiner Kunden ein. „Ein unbezahlbarer Aspekt meiner Arbeit ist es einfach, den Kunden neue technische Möglichkeiten zu präsentieren und dann ihre Reaktion und Begeisterung zu sehen“, erklärt Ron Weber. „Es ist einfach, ein einziges, spezielles Design zum Lösen eines Problems zu liefern. Es ist viel schwieriger, etwas Erweiterbares zu entwickeln, um weitere ähnliche Probleme in anderen Bereichen zu lösen. Dafür sind umfassende Einblicke in andere Bereiche und Anwendungen erforderlich.“ Das Engagement von Ron Weber hinsichtlich neuer Lösungen für die Gebäudeautomatisierung hat beim Erfolg von TE in dieser Branche eine wichtige Rolle gespielt.

Durch eine frühe Einbindung kann TE seine herausragenden Erfahrungen und Fähigkeiten von Anfang an und so wertbringend in den Designprozess einbringen.

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Welche Ideen bei der Heimautomatisierung werden einen langfristigen Einfluss auf das vernetzte Zuhause haben?

Damit das vernetzte Zuhause seinen Anspruch erfüllen kann, muss es eine Art „Bewusstsein“ entwickeln. Es muss dynamisch die Außenumgebung, seine Bewohner und die Innenumgebung wahrnehmen und darauf reagieren. Sensor- und Verbindungstechnik werden dabei eine Schlüsselrolle spielen. Im Endeffekt werden Heimsteuerungen dadurch in zehn Jahren so gut wie unsichtbar sein. Es gehört nicht viel dazu, sich ein Zuhause ohne Thermostat vorzustellen – jedes Zimmer verfügt über eine Reihe von Sensoren, die ein HLK-System mit Daten versorgen, sowie über Stellglieder, die die Heizung oder die Klimaanlage je nach anwesenden Personen und erlernten Mustern einstellen. Noch weitergedacht kann auch ein Bedienfeld im Haus oder eine entsprechende Schnittstelle über das Smartphone überflüssig werden und durch Sprachbefehle oder Gesten ersetzt werden, die überall im Haus erfasst werden.

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Wie können Entwicklungsteams realisierbare und innovative Lösungen zur Integration von Gebäudesystemen entwickeln?

Ingenieure müssen vorgefasste Meinungen über Heimautomatisierung ablegen und ganzheitlich denken. Es geht nicht nur um ein einzelnes Produkt oder Gerät. Zukünftige Anwendungsszenarien für die Heimautomatisierung müssen sich zuerst nach den Bedürfnissen der Bewohner richten. Um diese zu erfüllen, müssen vorhandene oder neue Technologien hinzugezogen werden. Viel zu oft beginnen Ingenieure und Produktmanager mit einer Technologie und verschwenden unzählige Ressourcen, um herauszufinden, für welche Anwendungen sie nützlich sein könnte, anstatt es umgekehrt zu machen.

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Welche Annahmen stellen Sie tendenziell infrage, wenn Sie an mögliche Lösungen denken?

Ich versuche, ein Überladen mit Funktionen zu verhindern. Es ist immer eine Herausforderung, die wünschenswerten von den absolut notwendigen Funktionen zu trennen. Da diese Differenzierung eng mit der Fertigungs- und Designkomplexität zusammenhängt, wirkt sich dies auf die Kosten und schließlich auch auf den Marktpreis aus. Wird diese Differenzierung nicht beachtet, kann dies dazu führen, dass das Produkt am Ende zu teuer ist, dass sich die Markteinführungszeit verzögert oder dass die Fertigung zu komplex ist.

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Wie wirkt sich unser Angebot zur Zusammenarbeit beim Designprozess auf die Entwicklung neuer Ideen, Produkte und Lösungen aus?

Eine frühe Einbindung ist für die Optimierung von Designs entscheidend. Egal, ob mehrere Kunden ein Feedback mit ihren Wünschen und Anforderungen (beachten Sie den Unterschied) abgeben, um eine neue Marktgelegenheit zu schaffen, oder ein bestimmter Kunde ein neues Produkt entwickelt – durch die frühzeitige Einbindung kann TE seine herausragenden Erfahrungen und Fähigkeiten von Anfang an und damit besonders wertvoll in den Designprozess einbringen. Am schwierigsten ist es für uns, wenn ein Kunde bereits über ein komplettes Design verfügt und uns bittet, etwas Einzigartiges, Kreatives und Kosteneffektives zu liefern, gleichzeitig aber keine Flexibilität beim Design erlaubt. 

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Wie halten Sie sich bei neuen Trends, Technologien und Prioritäten auf dem neuesten Stand?

Das große Angebot an Medien kann manchmal schon abschrecken, aber es ist wichtig, sich über ein breites Spektrum an Technologien und Entwicklungen zu informieren, und nicht nur über das eigene unmittelbare Fachgebiet. Vielleicht gibt es Entwicklungen in anderen Bereichen, die direkt auf einen Bereich übertragbar sind, an dem man arbeitet. Es ist also wichtig, bei solchen Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben. Dazu abonniere ich eine Vielzahl von Fachzeitschriften, E-Zines und Newsletters. Die Teilnahme an Veranstaltungen und Konferenzen der Branche ist auch wichtig, um mit neuen Inhalten in Kontakt zu kommen und sich mit den Mitarbeitern von anderen Unternehmen und aus anderen Fachgebieten zu vernetzen. Bei diesen Gesprächen bekommt man gelegentlich einen spannenden Einblick in Produkte und Technologien, die in anderen Branchen eingesetzt werden, aber vielleicht sogar direkt in den Branchen übernommen werden können, in denen TE aktiv ist. 

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Was finden Sie am interessantesten an der Arbeit bei TE?

Die Interaktion mit Kunden bei der Entwicklung und Präsentation neuer Technologien oder Produkte, von denen der Kunde noch nicht einmal wusste, dass sie realisierbar sind. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Einführung der ersten kommerziell erhältlichen lötfreien Fassungen/Sockel für Hochleistungs-LEDs durch TE. Bis dahin dachten die meisten Kunden, Drähte müssen von Hand an wärmeleitfähige Hochleistungs-LEDs gelötet werden. Die Möglichkeit eines Anschlusses von Hochleistungs-LEDs ohne Löten war eine bahnbrechende Neuerung für sie, und ich bin stolz auf die Tatsache, dass wir weltweit zuerst ein solches Produkt vorgestellt, entwickelt und vermarktet haben. Ein unbezahlbarer Aspekt meiner Arbeit ist es einfach, den Kunden neue technische Möglichkeiten zu präsentieren und dann ihre Reaktion und Begeisterung zu sehen. Ich mag auch den starken Fokus auf die technologische Führungsrolle in den Geschäftsbereichen von TE. Ich finde es klasse, dass TE geistiges Eigentum so ernst nimmt und dass ein Industriemanager zum Kreativsein ermutigt wird.

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Welche Art von technischen Änderungen erwarten Sie in den nächsten fünf Jahren?

Die Rapid Prototyping-Technologien, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, gehen bereits vom Prototyping in die Fertigung über. Um für diese neuen Fertigungstechnologien Designs zu erstellen, müssen Ingenieure ihre Denkweise im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungstechnologien ändern, um die Möglichkeiten additiver Fertigung mit einzubeziehen. Dies wird ein ähnlich revolutionärer Schritt sein wie die Innovation von Samuel Colt, Produkte mit austauschbaren Teilen zu entwerfen. Durch dieses Konzept der auswechselbaren Komponenten musste eine Branche, in der bis dahin stückweise Designs vorherrschten und Bauteile einzeln von Hand bearbeitet und zusammengesetzt wurden, vollständig umdenken. Austauschbare Teile haben schließlich den Weg dafür bereitet, Produkte einmal entwerfen und dann massenhaft fertigen zu können. Im Endeffekt hat sich dadurch die Art und Weise geändert, wie Ingenieure alle Produkte entwerfen, und sogar die Montagebandproduktion der Automobile von Henry Ford wurde dadurch erst möglich.

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Was war bisher die erfreulichste/wichtigste Lektion, die Sie bei einem Projekt gelernt haben? Wie ist es dazu gekommen?

Vor Jahren, am Anfang meiner Karriere war ich mit dem Design eines neuen Produkts beschäftigt, das perfekt werden sollte. Damals habe ich mir den Kopf über Dinge zerbrochen, die ich heute eher als geringes Problem einstufen würde. Mein Vorgesetzter zu dieser Zeit, ein sehr kluger Mann, von dem ich eine Menge gelernt habe, hörte mir geduldig zu, als ich ihm von meinen Problemen erzählte. Anschließend sagte er mit ruhiger Stimme: „Bei jedem Projekt kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem du dem Ingenieur die Pistole auf die Brust setzen und das Produkt veröffentlichen musst… (lange Pause) …ich setze dir nun die Pistole auf die Brust.“ Als wir dann weiter diskutierten, kamen wir zu dem Schluss, dass das Produkt tatsächlich reif für die Produktion war und dass die Probleme, bei denen ich Bedenken hatte, keine Auswirkungen auf die Leistung, Zuverlässigkeit, Produzierbarkeit oder Kundenakzeptanz des Produkts haben würden. Ich habe dabei die Lektion gelernt, dass wir Ingenieure gelegentlich von den winzigen Details Abstand nehmen müssen, in die wir uns gerne vertiefen, und stattdessen das Gesamtbild betrachten müssen. Manchmal ist der Aufwand, von 95 Prozent auf 100 Prozent zu kommen, die Mühe nicht wert. Eine weitere Lektion in diesem Zusammenhang war, dass durch Verzögerungen bei der Entwicklung Gelegenheiten verloren gehen können. Auch daran denken Ingenieure oder ihr Management oft nicht. Manche Projekte haben sich um Wochen verzögert, weil darüber diskutiert wurde, ob weitere 10.000 Dollar für Tests ausgegeben werden sollten. In dieser Zeit sind uns monatliche Einnahmen entgangen, die um ein Vielfaches höher lagen.

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Gab es eine unerwartete Wendung in Ihrer Karriere, die Ihre Einstellung zur Ingenieursarbeit geändert hat?

Vor ungefähr 15 Jahren, nachdem ich verschiedene Positionen als Ingenieur durchlaufen hatte, übernahm ich eine Stelle in der Geschäftsentwicklung. Im Umgang mit den Kunden war mein technischer Hintergrund enorm hilfreich. Denn dadurch konnte ich sofort ihre Anforderungen verstehen und eine Vielzahl von Lösungen anbieten. Es war außerdem sehr nützlich, dass ich Kundenbedürfnisse in Anforderungen übersetzen konnte, anhand derer unsere Ingenieure neue Produkte und Lösungen entwickeln konnten. Dank dieses Hintergrunds konnte ich außerdem den Markt aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive betrachten, denn ich verstehe ganz gut, wie unsere Kunden in einem bestimmten Marktbereich so ticken. Dadurch kann ich neue und einzigartige Lösungen anbieten, die unsere Kunden nicht für möglich gehalten hätten. Auf der anderen Seite war mein Übergang in die Geschäftswelt sehr erkenntnisreich, da es bei der Ingenieursarbeit nur auf schwarz und weiß, Fakten und Zahlen ankommt – auf der Geschäftsseite sind die Dinge nicht so eindeutig, da dort viele Graubereiche zu berücksichtigen sind. Es hat mich ein bisschen Zeit gekostet, mit solchen Graubereichen umzugehen und mich daran anzupassen.