Jonathan Catchpole, Systemarchitekt, Intelligent Buildings
Man muss seine Problemlösungstechnik an die jeweilige Herausforderung anpassen.

Für diesen Black Belt von Six Sigma erfordern erfolgreiche Lösungen die Integration von Ingenieurwissenschaft, Projektmanagement und Beziehungsmanagement.  Dank seiner fast 20-jährigen Karriere in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen arbeitet Jonathan Catchpole inzwischen an der Spitze bei fortschrittlichen LED-Innovationen und Produkten, die spezielle und einzigartige Lösungen zur Versorgung mit Hochspannungsleistung erfordern. Er besitzt die Fähigkeit zur Erstellung von Finanzmodellen, um die Projektausgaben zu bestimmen, und hat wiederholt Wege gefunden, hinter den Erwartungen bleibende Projekte durch das Umstrukturieren von Systemen und das Optimieren von Prozessen neu aufzustellen. „Für mich ist der Schlüssel zu Innovation ein Bewusstsein dafür, was mit Technologie möglich ist“, erklärt Jonathan Catchpole. „Ich habe den Vorteil, viel Zeit mit Kunden von TE zu verbringen. Dadurch kann ich deren Technologien und neueste Entwicklungen besser verstehen.“ Dank solcher Interaktionen ist Jonathan Catchpole in der Lage, Teams zu leiten, die erfolgreich Leistungswiderstände entwickelt haben – für eine Vielzahl von Technologien wie Hochspannungssysteme aus dem Schienenverkehr, erneuerbare Energie, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, Beleuchtung und Gebäudeautomatisierung.

Für die Vernetzung mit unserem Zuhause ist nicht der Einsatz von Tablets oder Smartphones entscheidend, sondern dass unsere Bedürfnisse erkannt werden, damit sich unser Zuhause daran anpasst.

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Welche Ideen bei der Heimautomatisierung werden einen langfristigen Einfluss auf das vernetzte Zuhause haben?

Die einfache Antwort wäre das intelligente Thermostat. Das ist sicher das Produkt, mit dem das Wachstum auf dem Markt für Heimautomatisierung begonnen hat. Das Unternehmen Nest, das von Google übernommen wurde, hat diesem Produkt viel Publicity verschafft, und mit dem Anstieg der Verkaufszahlen von Nest wuchs auch die Anzahl an Thermostattypen auf dem Markt. Das intelligente Thermostat ist meist das erste Heimautomatisierungsprodukt, das jeder kauft. Ich glaube aber, das Produkt mit dem größten Einfluss, und damit der künftige Mittelpunkt unseres Zuhauses, ist der Home Hub. Ein Home Hub ist im Grunde mit allen Geräten in unserem Zuhause über eine IP verbunden. Das kann der Fernseher, die Set-Top-Box, das Thermostat, die Beleuchtung oder das Türschloss sein. Dadurch erhält der Hausbesitzer über ein Tablet oder Smartphone eine zentrale Schnittstelle zu allen vernetzten Produkten. Das Wichtigste dabei ist die zentrale Schnittstelle. Denn wer möchte schon mit einer App den Fernseher bedienen und dann zu einer anderen App wechseln müssen, um die Beleuchtung zu regeln?

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Was ist die Voraussetzung dafür, dass Teams realisierbare, innovative Lösungen für Gebäudesysteme entwickeln?

Ich glaube, der Schlüssel zu Innovation ist ein Bewusstsein dafür, was mit Technologie möglich ist. Ich habe den Vorteil, viel Zeit mit Kunden von TE zu verbringen. Dadurch kann ich deren Technologien und neueste Entwicklungen besser verstehen. Ich habe mein Wissen über den Markt für Gebäudeautomatisierung und verwandte Technologien erweitert. Innerhalb von Intelligent Buildings bei TE führen wir einige sehr interessante Diskussionen über unsere Produkte, Technologien und Neuentwicklungen. Ich bin Maschinenbauingenieur, wie viele andere Ingenieure in der Unternehmensgruppe auch. Unsere Innovationsfähigkeit sollte dadurch aber nicht beeinträchtigt werden, und wir sollten keine Angst vor anderen Technologien haben. Wir beschäftigen uns mit integrierter Funktionalität. Dabei geht es darum, Bluetooth, IP-Verbindungen und PoE in LED-Fassungen zu platzieren, Sensortechnologien in einem einzigen Gerät für intelligente Gebäude zu kombinieren und mithilfe analoger Elektronik eine Zweiwege-Umschaltung in modularen Verdrahtungsanwendungen durchzuführen.

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Welche Arten von technischen Problemen verlangen bei Ihrer Arbeit eine neue Herangehensweise von Ihnen?

Ich glaube, man muss seine Problemlösungstechnik an die jeweilige Herausforderung anpassen. Ich bin schon länger Ingenieur, als ich eigentlich zugeben will, und eine lange Zeit davon bei TE. Im Laufe meiner Karriere habe ich schon an Displays, passiven Komponenten, Leistungswiderständen, 25-kV-Kabelsätzen für den Schienenverkehr, 25-kV-Leistungsschaltern, Inlay-Mould-Schaltkästen, Steckverbindern und nun Produkten für Beleuchtung und Heimautomatisierung gearbeitet. Ich bin also sicher nie auf eine bestimmte Rolle festgelegt worden. Bei jedem Wechsel in einen neuen Produktbereich wurde ich normalerweise mit einem Problem betraut. Es wäre naiv zu glauben, das Problem alleine lösen zu können, und ich kann es auch nicht verstehen, wenn manche Ingenieure sofort eine Lösung auf den Tisch legen, ohne das Problem wirklich zu verstehen. Über die Jahre baut man sich ein Netzwerk aus Experten auf, ob Kollegen, Berater oder Universitäten. Man tauscht sich aus, führt viele Gespräche, und irgendwann findet man die eigentliche Ursache eines Problems, mag sie auch noch so komplex und versteckt sein. Ich musste einsehen, dass bei 25 kV kein Isolator mehr wirksam ist. Das war eine interessante Erkenntnis. 

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Was finden Sie am interessantesten an der Arbeit bei TE?

Als Ingenieur ist es das Zustandekommen eines Produkts. Es gibt kein größeres Vergnügen, als seine Mühen endlich konkret in Form eines fertigen Produkts zu sehen. Ich treffe mich gerne mit Kunden und diskutiere auch gerne über Technologie und Projekte. Viele von ihnen arbeiten an wirklich interessanten Dingen. An einem Tag spreche ich vielleicht mit Cooper Lighting über „Power over Ethernet“, an einem anderen über einen Sensor für das Thermo-Stellglied einer Fußbodenheizung. Ich weiß nicht, wohin unsere anfänglichen Gespräche uns am Ende führen. Starten wir vielleicht ein neues Projekt? Ich weiß es nicht, aber zumindest wird der geschäftliche Informationsgehalt unbezahlbar sein und unserer Strategie dienen. 

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Welche Veränderungen erwarten Sie in den nächsten fünf Jahren?

In den letzten fünf Jahren haben LEDs die Beleuchtungsbranche geprägt. Damit lässt sich unser Energieverbrauch drastisch senken, und es bieten sich mehr Möglichkeiten bei der Lichtgestaltung. Die Branche vollzieht gerade einen Wandel. Mindestens drei Schwergewichte der Branche veräußern große Teile ihrer Beleuchtungssparte, aber die Auswirkungen sind noch nicht ganz abzusehen. LED-Beleuchtung fördert das Gleichstromnetz, und mit dem neuen Stromversorgungsprotokoll USB-C könnte das Gleichstromnetz über Ihren Schreibtisch hinauswachsen – mit einem zentralen Netzteil, an das all Ihre Geräte angeschlossen werden. Für TE und den Markt der Gebäudeautomatisierung erwarte ich, dass Sensoren in den nächsten fünf Jahren den größten Einfluss haben werden. Für die Vernetzung mit unserem Zuhause ist nicht der Einsatz von Tablets oder Smartphones entscheidend, sondern dass unsere Bedürfnisse erkannt werden, damit sich unser Zuhause daran anpasst. Somit wächst die Anzahl von Sensoren, und als Ingenieure müssen wir lernen zu verstehen, wie wir sie in unsere Produkte integrieren und ihren Funktionsumfang erweitern können.